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Thomas Kauba

0341 / 64 07 19 90

Einleitung „Wege zur Musik“

Ich höre die Musik jetzt ganz anders! sagte mir jüngst eine Teilnehmerin nach einem Vortrag. Meine Zuhörer möchte ich teilhaben lassen an dem Erlebnis, die geheimnisvolle Sprache der Musik ein wenig zu entschlüsseln. Dazu brauchen sie keine musikalischen Vorkenntnisse oder gar Notenkenntnisse.

Jede große Musik erzählt eine Geschichte. Immer wieder habe ich erfahren, dass Musik ganz konkret zu uns Menschen sprechen kann. Sie tut es in einer Sprache, die uns vielleicht erst einmal fremd erscheint, die aber viel einfacher zu verstehen ist als eine uns unbekannte Landessprache. Verstehen wir sie, so wird das Musikhören zu einem spannenden Erlebnis, das uns ebenso berühren kann wie z.B. ein beeindruckendes Buch oder ein Film.

„Merkwürdig, wenn ich Musik höre … höre ich ganz bestimmte Antworten auf alle meine Fragen…“ Gustav Mahler

„...und die Welt muss ich verachten, die nicht ahnt, dass Musik höhere Offenbarung ist als alle Weisheit und Philosophie.“ Ludwig van Beethoven

Die nächsten Termine

2025

6. November 2025 Donnerstag um 18.00 Uhr Leipzig, Bibliothek Schönefeld, Shukowstraße 56

Giuseppe Verdis Requiem - seine "beste Oper"?

Plakat Veranstaltungshinweis

Giuseppe Verdi ist in erster Linie natürlich als Opernkomponist bekannt. Zugleich zählt sein Requiem zu den eindrucksvollsten Totenmessen, die je komponiert wurden. Wir entdecken darin phantastische Bilder, eine Musik, die zu erschrecken und zu besänftigen vermag - und wir erfahren, wie Verdi dem Thema Endlichkeit des irdischen Daseins gegenüber stand...

(Eintritt frei, Spende wird erbeten)

veranstaltet vom Verein Wir für Schönefeld

28. November 2025 Freitag um 19.30 Uhr Online-Vortrag

Giuseppe Verdis Requiem - seine "beste Oper"?

Wiederholung des Vortrags vom 6. November 2025. Beschreibung siehe dort.

(Eintritt frei, Spende erbeten)

Wer in meinem Verteiler ist, erhält die Zugangsdaten automatisch per E-Mail. Neue Gäste sind herzlich willkommen - Anmeldung bitte über eine E-Mail an mich.

4. Dezember 2025 Donnerstag um 18 Uhr Leipzig, Gemeindesaal der katholischen Kirchengemeinde, Ossietzkystr. 60

Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium - eine Einführung in die Kantaten 1-3

Mit dieser Einführung in diese großartige und erhabene Musik möchte ich auch Spuren Johann Sebastian Bachs zur christlichen Mystik aufzeigen. Schließlich handelt es sich bei diesem Werk um ein großes Gebet, welches den Hörenden ein inneres Licht erfahren lassen kann.

(Eintritt frei, Spende erbeten)

Über mich

Ich studierte Musikwissenschaft und Erziehungswissenschaft an der Universität Leipzig, absolvierte einen Meisterkurs Klavier bei Elfrun Gabriel und arbeite heute als Korrepetitor (Eurythmie-Begleiter) an einer Leipziger Waldorfschule.

Meine Leidenschaft ist das Entdecken von Musik. Diese gebe ich in meinen Einführungsvorträgen über musikalische Werke weiter, u.a. in meiner Vortragsreihe am Mendelssohnhaus Leipzig oder im Bürgerverein Leipzig-Schönefeld.

Nach zweijähriger Tätigkeit an der Deutschen Zentralbibliothek für Blinde bin ich in der Lage, auch Noten in Brailleschrift zu erstellen und biete Klavierunterricht für Blinde an.

Sie können mich bezüglich Vorträgen oder Konzerteinführungen gerne unter der Telefonnummer 0341 / 64071990 ansprechen oder mir eine E-Mail an schreiben. Über diese E-Mail-Adresse können Sie bei mir ebenso einen Newsletter bestellen, in dem ich über aktuelle Vorträge informiere.

Aus meinen bisherigen Vorträgen

Wer ist Bonaparte? - Rätsel um Beethovens 3. Sinfonie Eroica

Legenden halten sich oft hartnäckig. So auch jene Legende, die ich noch in der Schule lernte und wonach Beethoven seine 3. Sinfonie, die Eroica, auf Napoleon Bonaparte geschrieben habe. Aus dem Jahr 1804 ist eine berühmte Partitur-Abschrift überliefert, auf der man die ausradierten Worte "intitulata Bonaparte" ("gewidmet Bonaparte") erkennen kann. Die Widmung an Bonaparte wurde also gestrichen, dennoch erschien die Sinfonie zwei Jahre später mit dem Titel "Sinfonia Eroica composta per festigiare il Souvenire di un grand’ Uomo...", also: "Heldische Sinfonie, komponiert um das Andenken an einen großen Menschen zu feiern."

Es ist bemerkenswert: Das Andenken an einen großen Menschen soll mit dieser Sinfonie gefeiert werden! Und das war nun mit Sicherheit nicht Napoleon... Wer aber dann? Erfahren wir das aus der Musik? - Die Musik verrät es sogar sehr eindeutig. Und sie verrät auch, dass bei der Komposition der selbsternannte französische Kaiser nie eine Rolle gespielt hat. Sondern jemand anderes, ein Mensch, den Beethoven kannte - und von dem er aufrichtig einschätzen konnte: Das ist wahrhaft ein großer Mensch gewesen... Beethoven war mit diesem großen Menschen auf eine merkwürdige und tragische Weise verbunden - dies aufzuarbeiten, war der tiefere Beweggrund für diese Sinfonie.

Die verborgene Architektur in Johann Sebastian Bachs Matthäuspassion

Sie ist unumstritten die größte aller Passionsvertonungen: Johann Sebastian Bachs "Matthäuspassion". Man könnte ganze Tage damit verbringen, auf die vielen musikalischen Details aufmerksam zu machen, mit denen Bach musikalisch den Evangelientext (Matthäus, Kapitel 26 und 27) ausdeutet. Zugleich weist ihre zweiteilige Architektur eine Besonderheit auf: Ihre beiden Teile lassen sich so verbinden, dass sich eine geniale Architektur ergibt. Diese ist kein Selbstzweck, sondern offenbart eine Aussage, die etwas mit jedem von uns zu tun haben kann...

Erinnerungen an eine entschwundene Zeit - Mendelssohns "Schottische Sinfonie"

Es gibt verschiedene Zugänge zu Mendelssohns "Schottischer Sinfonie", seiner Sinfonie in a-Moll. Man kann sie als ‚absolute’ Musik hören, als rein musikalische Auseinandersetzung mit einer musikalischen Idee. Manche hören in ihr verschiedene Bilder, Bilder von Landschaften, die im Nebel auftauchen und wieder verschwinden... Wieder andere entdecken in ihr Szenen aus der schottischen Geschichte oder aus damit zusammenhänender Literatur, z.B. Schillers Maria Stuart. Es ist alles legitim, denn was jemand aus der Musik heraus hört ist eine ganz individuelle Angelegenheit. Ich entdeckte in der schottischen Sinfonie eine Philosophie, ein Nachdenken über etwas, dem wir alle unterworfen sind: ein Nachdenken über die Vergänglichkeit. Es ist ein ganz persönlicher Zugang zu dieser Musik, wobei ich nicht behaupte, dass Felix Mendelssohn es explizit so gemeint hat. Aber es ist schlüssig - und so rückt die von seiner Schottland-Reise inspirierte Sinfonie ganz nah an unser Leben...